Start › Fernwanderwege › GR-63 · Viriato-Weg › 2 Tage · das Beste der Sierra

Herz der Sierra2 TageZu Fuß© JourGuide

Herz der Sierra

Navamorcuende → El Real de San Vicente

Eine Zwei-Tages-Variante, um die Sierra zu spüren: Sie vereint das Beste des GR-63 — den Eichenwald und das Karmeliterkloster von El Piélago, die Gipfelburg, die Höhle der heiligen Märtyrer und den größten Kastanienwald Kastilien-La Manchas — ohne die vollen 141 km. Sie folgt nicht dem gesamten GR-Verlauf, und der zweite Tag enthält ein kurzes Straßenstück: Nimm den Track offline mit und achte auf die örtliche Beschilderung.

25 km2 etappenMittel+476 m / −497 mBeste Jahreszeit: Primavera y otoño. En octubre y noviembre el castañar de El Real es espectacular.

Etappe 1 · Navamorcuende → Hinojosa de San Vicente

9.3 km3.5 h3/5

Das Juwel der Sierra an einem Tag: Kloster und Schneegruben von El Piélago, der Eichenwald, die Gipfelburg, die Höhle der heiligen Märtyrer und der Abstieg ins Dorf zwischen Maulbeerbäumen.

Höhenprofil

↑ 242 m ↓ 360 m

Sehenswertes

Karmeliterkloster El Piélago© JourGuide

Karmeliterkloster El Piélago

Geschichte / Kloster

Einer der meistbesuchten Orte der Sierra. Kloster aus dem 17. Jahrhundert aus Granitquadern und Bruchstein, in dem Karmeliter ein kontemplatives Leben führten. Die Wohnbauten sind restauriert; die Kirche verfiel, als ihre Gewölbe einstürzten.

Tipp

Der Abstieg zum Kloster ist der einzige Abschnitt mit dürftiger GR-Markierung: auf die Zeichen achten.

Schneegruben von El PiélagoJourGuide

Schneegruben von El Piélago

Geschichte / Volkskunde

Neben dem Kloster, ebenfalls 17. Jahrhundert. Hier wurde Schnee festgestampft und mit Strohschichten abgewechselt, um ihn in Blöcke schneiden und in den heißen Monaten als Eis nutzen zu können.

Tipp

Einer der kuriosesten Winkel der Sierra und leicht zu übersehen: Achte auf die Bauten neben dem Kloster.

Eichenwald von El PiélagoJourGuide

Eichenwald von El Piélago

Natur / Wald

Dichter Pyrenäen-Eichenwald über den Höhenrücken und Kuppen der Sierra. Er ist der charakteristischste Wald der Sierra de San Vicente und gibt der ganzen Gegend ihren Namen.

Tipp

Im Herbst färbt sich der Wald kupfern: die beste Zeit für diese Etappe.

Burg San VicenteJourGuide

Burg San Vicente

Geschichte / Festung

Errichtet über einem islamischen Wachturm des 10. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert verstärkten die Christen sie mit einem großen Bergfried. Die örtliche Überlieferung schreibt den Bau einem muslimischen Anführer namens Miramamolín zu, daher der zweite Name der Burg; die Chronologie passt nicht zum Kalifen al-Nasir, der diesen Beinamen trug — man nehme es also als Legende. Alfons VIII. lagerte hier während der Belagerung von Salvatierra. Kulturdenkmal.

Tipp

Sie steht auf dem Cerro Testigo auf 1.321 m: das visuelle Dach der Comarca. An klaren Tagen sieht man die ganze Sierra, ganz Gredos und das obere Tiétar-Tal. Der beste Aussichtspunkt der Route.

Kapelle der Heiligen MärtyrerJourGuide

Kapelle der Heiligen Märtyrer

Religion / Legende

Ruinen des bekanntesten Heiligtums der Sierra, über der Höhle, in der sich der Überlieferung nach Vincentius, Sabina und Christeta versteckten. Die drei Waisengeschwister stammten aus Talavera; Präfekt Dacianus verhaftete Vincentius als Christen, seine Schwestern verhalfen ihm zur Flucht. Sie flohen zu Pferd durch diese Berge, die seither ihren Namen tragen. Eine kleine Höhle bewahrt die Abdrücke, die sie im Fels hinterlassen haben sollen. Die Hagiographie berichtet, sie seien vor Ávila gefasst worden; in Hinojosa erzählt man, es sei hier in El Piélago geschehen.

Tipp

Erhalten ist nur die Umfassungsmauer mit monolithgerahmten Türen, doch das Gebäude hatte drei Stockwerke, Dachboden und Glockenturm. Suche die Höhle mit den Abdrücken: Sie ist der Kern der Legende, die der ganzen Sierra ihren Namen gab.

Santiago: der Maulbeerbaum am Aussichtspunkt

Natur / Aussichtspunkt

Auf der Höhe von Santiago steht ein Maulbeerbaum, einer von jenen, die über Generationen die Seidenraupen des Dorfes ernährten. Aus seinem Schatten überblickt man ganz Hinojosa und die Sierra von El Piélago.

Tipp

Steig hinauf und such den Maulbeerbaum. Kein gewöhnlicher Baum: Er wurde für die Seidenraupen gepflanzt und steht noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.

Caños DoradosJourGuide

Caños Dorados

Kulturerbe / Brunnen

Zwei historische Brunnen, Teil des volkskundlichen Erbes des Dorfes. Die Caños Dorados aus dem 18. Jahrhundert stehen am Kirchplatz; der Caño del Canuto von 1690 liegt etwa fünfzig Meter entfernt und hat ein niedrigeres, größeres Becken.

Tipp

Zwei Wasserstellen mitten im Ort. Der Canuto steht seit 1690 dort: über drei Jahrhunderte Wasser für Mensch und Vieh.

Kirche La ConcepciónJourGuide

Kirche La Concepción

Religion / Gotik

Gotische einschiffige Kirche mit schlankem Glockenturm, aus Bruchstein und Granitquadern wie die übrigen der Sierra und der Diözese Ávila, zu der diese Dörfer gehörten. Bemerkenswert sind die Steinmetzarbeit und eine kleine Kuppel auf Pendentifs. Der Hauptaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert: Ihn beherrscht eine barocke Unbefleckte Empfängnis, darüber die Schnitzfigur des Christus der Hoffnung, des Dorfpatrons. Unter den Bodenplatten des Schiffs liegen rund 150 Gräber.

Tipp

Zwei leicht übersehene Details: das Fliesenpaneel des 16. Jahrhunderts in der Nordvorhalle und zwei Bildwerke — Andreas Corsini und Maria Magdalena de' Pazzi — aus dem Karmeliterkloster von El Piélago, der Sierra, von der du gerade herabgestiegen bist.

Etappe 2 · Hinojosa de San Vicente → El Real de San Vicente

15 km4.5 h3/5

Zweiter Tag über die Höhen: der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas, das Dach der Comarca und die Ankunft in El Real de San Vicente, einem Bergdorf mit steilen Gassen.

Höhenprofil

↑ 234 m ↓ 137 m

Sehenswertes

Kastanienwald von El Real de San Vicente

Natur / Wald

Der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas, am Hang oberhalb des Dorfes.

Tipp

Oktober und November sind die beste Zeit: Der Boden füllt sich mit Fruchtbechern und das Licht zwischen den Kastanien lohnt die Reise.

Alto de los Pelados

Natur / Gipfel

Mit rund 1.332 Metern der höchste Punkt der Route und ihr zweiter Pass.

Tipp

Der Anstieg ist der fordernste Abschnitt des Tages: Kräfte einteilen.

Die Seide von El Real de San Vicente

Kultur / Handwerk

Auch hier wurden Seidenraupen gezogen. Über Generationen funktionierte die ganze Sierra de San Vicente wie eine auf Häuser verteilte Fabrik: Auf den Wiesen, an den Quellen und entlang der Feldgrenzen pflanzte man Maulbeerbäume, und in jedem Haus war ein ganzer Raum — die Troje — für die mit diesem Laub gefütterten Raupen reserviert. Die Kokonsäcke wurden täglich eingesammelt und auf Lasttieren die dreißig Kilometer nach Talavera hinuntergebracht.

Tipp

Achte auf die alten Maulbeerbäume an den Feldgrenzen und bei den Quellen: Sie wurden für die Seidenraupen gepflanzt und stehen noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.

Pfarrkirche Santa Catalina

Religion / Kulturdenkmal

1991 zum Kulturdenkmal erklärt. Bau des 16.-18. Jahrhunderts, in dessen Innerem eine Kapelle mit zwei Fliesensockeln die Schlichtheit des Raums durchbricht.

Tipp

Geh hinein und schau dir die Fliesensockel der Kapelle an: Sie geben der Kirche ihren Charakter.

Brunnen Las Veneruelas

Kulturerbe / Brunnen

Brunnen mit drei Ausläufen und Tränke, neben dem alten Waschplatz. Volksarchitektur, eng mit dem Alltag des Dorfes verbunden.

Tipp

El Real ist ein Bergdorf mit steilen Gassen: Lass dir beim Bummeln Zeit.

Kreuzweg von El Real in der Karwoche

Kultur / Bräuche

In der Karwoche stellt El Real de San Vicente die Passion an seinem Kalvarienberg nach: ein Spiel über Leben und Tod Jesu, getragen von den Dorfbewohnern selbst. El Real bewahrt zudem eine in der ganzen Provinz einzigartige Folklore mit dem Bändertanz Tejetecordón und dem Rondón.

Tipp

Wer die Sierra in der Karwoche besucht, erfragt den genauen Tag im Rathaus von El Real: Das Datum wechselt jedes Jahr.

Alle Etappen sind in der App, mit Karte und Höhenprofil, den Sehenswürdigkeiten samt Tipp und der Möglichkeit, sie für unterwegs ohne Empfang zu speichern.

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