Der vollständige offizielle Weg: 141 Rundkilometer, die die neunzehn Dörfer der Sierra de San Vicente verbinden. Sechs Tage durch Eichen- und Kastanienwälder, vorbei an Kirchen mit grabsteingepflastertem Boden, Gerichtssäulen, Burgruinen und den Maulbeerbäumen, die einst die Seidenraupen ernährten. Am besten im Uhrzeigersinn.
141 km6 etappenMittel+2864 m / −2871 mBeste Jahreszeit: Primavera, con todo florecido, y otoño, cuando el castañar de El Real está en su mejor momento. En verano hace mucho calor en los valles; en invierno hay frío y barro en la sierra, pero es cuando salen las máscaras y las hogueras.Rundweg
Die Etappe hinein in die Sierra und die reichste der Route: die Schneegruben und der Eichenwald von El Piélago, die Gipfelburg, die Höhle der heiligen Märtyrer, Hinojosa mit seinen Brunnen und seiner Kirche und der Abstieg zu den südlichen Dörfern.
Höhenprofil
↑ 434 m ↓ 644 m
Sehenswertes
StartAsqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)
Kirche Santa María de la Nava
Religion / Gräber
Der Boden der Kirche von Navamorcuende birgt die Steine von rund 235 Gräbern, elf davon Platten mit Grabinschriften und Todesikonographie — die eigenwilligsten der ganzen Sierra de San Vicente. In der Kirche bestattet zu werden, möglichst nah am Hochchor, war der letzte Wunsch aller, die es sich leisten konnten.
Tipp
Schau auf den Boden des Mittelschiffs: Du gehst über die Grabplatten.
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Ortskern von Navamorcuende
Kulturerbe / Altstadt
Navamorcuende war Hauptort der Herrschaft und Markgrafschaft der Dávila, und das zeigt die Architektur: Häuser aus behauenem Stein, ein Palast, eine Kapelle, Brunnen und eine mittelalterliche Zisterne. Das Dorf liegt an den Hängen der Gipfel Las Cruces und La Mesa, im Herzen der Sierra.
Tipp
Im Kirchhof steht ein Steinkreuz, dessen Sockel der Überlieferung nach aus den Steinen der alten Gerichtssäule gefügt wurde.
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Schneegruben von El Piélago
Geschichte / Volkskunde
Neben dem Kloster, ebenfalls 17. Jahrhundert. Hier wurde Schnee festgestampft und mit Strohschichten abgewechselt, um ihn in Blöcke schneiden und in den heißen Monaten als Eis nutzen zu können.
Tipp
Einer der kuriosesten Winkel der Sierra und leicht zu übersehen: Achte auf die Bauten neben dem Kloster.
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Eichenwald von El Piélago
Natur / Wald
Dichter Pyrenäen-Eichenwald über den Höhenrücken und Kuppen der Sierra. Er ist der charakteristischste Wald der Sierra de San Vicente und gibt der ganzen Gegend ihren Namen.
Tipp
Im Herbst färbt sich der Wald kupfern: die beste Zeit für diese Etappe.
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Burg San Vicente
Geschichte / Festung
Errichtet über einem islamischen Wachturm des 10. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert verstärkten die Christen sie mit einem großen Bergfried. Die örtliche Überlieferung schreibt den Bau einem muslimischen Anführer namens Miramamolín zu, daher der zweite Name der Burg; die Chronologie passt nicht zum Kalifen al-Nasir, der diesen Beinamen trug — man nehme es also als Legende. Alfons VIII. lagerte hier während der Belagerung von Salvatierra. Kulturdenkmal.
Tipp
Sie steht auf dem Cerro Testigo auf 1.321 m: das visuelle Dach der Comarca. An klaren Tagen sieht man die ganze Sierra, ganz Gredos und das obere Tiétar-Tal. Der beste Aussichtspunkt der Route.
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Kapelle der Heiligen Märtyrer
Religion / Legende
Ruinen des bekanntesten Heiligtums der Sierra, über der Höhle, in der sich der Überlieferung nach Vincentius, Sabina und Christeta versteckten. Die drei Waisengeschwister stammten aus Talavera; Präfekt Dacianus verhaftete Vincentius als Christen, seine Schwestern verhalfen ihm zur Flucht. Sie flohen zu Pferd durch diese Berge, die seither ihren Namen tragen. Eine kleine Höhle bewahrt die Abdrücke, die sie im Fels hinterlassen haben sollen. Die Hagiographie berichtet, sie seien vor Ávila gefasst worden; in Hinojosa erzählt man, es sei hier in El Piélago geschehen.
Tipp
Erhalten ist nur die Umfassungsmauer mit monolithgerahmten Türen, doch das Gebäude hatte drei Stockwerke, Dachboden und Glockenturm. Suche die Höhle mit den Abdrücken: Sie ist der Kern der Legende, die der ganzen Sierra ihren Namen gab.
Santiago: der Maulbeerbaum am Aussichtspunkt
Natur / Aussichtspunkt
Auf der Höhe von Santiago steht ein Maulbeerbaum, einer von jenen, die über Generationen die Seidenraupen des Dorfes ernährten. Aus seinem Schatten überblickt man ganz Hinojosa und die Sierra von El Piélago.
Tipp
Steig hinauf und such den Maulbeerbaum. Kein gewöhnlicher Baum: Er wurde für die Seidenraupen gepflanzt und steht noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.
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Caños Dorados
Kulturerbe / Brunnen
Zwei historische Brunnen, Teil des volkskundlichen Erbes des Dorfes. Die Caños Dorados aus dem 18. Jahrhundert stehen am Kirchplatz; der Caño del Canuto von 1690 liegt etwa fünfzig Meter entfernt und hat ein niedrigeres, größeres Becken.
Tipp
Zwei Wasserstellen mitten im Ort. Der Canuto steht seit 1690 dort: über drei Jahrhunderte Wasser für Mensch und Vieh.
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Kirche La Concepción
Religion / Gotik
Gotische einschiffige Kirche mit schlankem Glockenturm, aus Bruchstein und Granitquadern wie die übrigen der Sierra und der Diözese Ávila, zu der diese Dörfer gehörten. Bemerkenswert sind die Steinmetzarbeit und eine kleine Kuppel auf Pendentifs. Der Hauptaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert: Ihn beherrscht eine barocke Unbefleckte Empfängnis, darüber die Schnitzfigur des Christus der Hoffnung, des Dorfpatrons. Unter den Bodenplatten des Schiffs liegen rund 150 Gräber.
Tipp
Zwei leicht übersehene Details: das Fliesenpaneel des 16. Jahrhunderts in der Nordvorhalle und zwei Bildwerke — Andreas Corsini und Maria Magdalena de' Pazzi — aus dem Karmeliterkloster von El Piélago, der Sierra, von der du gerade herabgestiegen bist.
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Kirche San Bartolomé Apóstol
Religion / Spätgotik
Spätgotische Kirche des 16. Jahrhunderts, einschiffig, mit fünfseitig geschlossener Apsis. Wertvollstes Element ist der Glockenturm aus Quadern mit rundbogigen Öffnungen. Im regionalen Denkmalinventar geführt.
Tipp
Jahrhundertelang war diese Kirche Filialkirche der Pfarrei Hinojosa de San Vicente: Die beiden Dörfer waren immer verbunden.
Caño Viejo de Marrupe
Kulturerbe / Brunnen
Am rechten Ufer des Baches Marrupejo, neben einer Plattenbrücke, steht der Brunnen Caño Viejo. Der zweite, Caño Nuevo, ist größer und trägt einen schlichten Dreiecksgiebel, aus dem die Ausläufe treten.
Tipp
Wasserstelle dieser Etappe: Hier auffüllen. Neben den Brunnen liegt die Plattenbrücke, im Dorf der alte Hufbeschlagstand.
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Kübelmühlen am Marrupejo
Kulturerbe / Volkskunde
Kübelmühlen aus dem 13. Jahrhundert mitten in der Natur am Bach, unter den ältesten Wasserbauzeugnissen der Comarca. Marrupe erscheint erstmals in einer Urkunde vom Januar 1268, als Alfons X. Ländereien 'zwischen Guadierva und Marrupe und Río Lobos und dem Berrocal von Talavera' verlieh.
Tipp
Wer am 24. August vorbeikommt, trifft auf den Bartholomäustag und die Versteigerung des Zweigs, das Wahrzeichenfest des Dorfes.
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Kirche La Purísima Concepción
Religion / Renaissance
Renaissancekirche des 16.-18. Jahrhunderts, einschiffig. Ein keilsteingefügter Rundbogen auf wandständigen dorischen Säulen trennt den Chorraum ab; in der Apsis steht ein barocker Altar aus polychromem Holz.
Tipp
Achte auf das außen eingemeißelte Wappen der Dávila: Beleg dafür, dass das Dorf zur Herrschaft Navamorcuende gehörte.
Wachturm von Torrejón
Geschichte / Wachturm
Reste eines Wachturms muslimischen Ursprungs am Weg nach Buenaventura, errichtet zur Verteidigung und Überwachung der Gegend. Rund um Sotillo standen zudem fünf Mühlen am Fluss Guadyerbas.
Tipp
Sotillo erhielt Ende des 17. Jahrhunderts das Stadtrecht und errichtete zum Beweis eine hölzerne Schandsäule; sie ging bei einem späteren Brand verloren.
Etappe 2 · Sotillo de las Palomas → Pepino
20.9 km6 h2/5
Übergangstag durch die südlichen Dörfer, zwischen Dehesas, Steineichen und Trockenfeldbau, die Sierra stets im Norden. Mit einer Überraschung: einer königlichen Seidenmanufaktur mitten auf dem Land.
Höhenprofil
↑ 279 m ↓ 396 m
Sehenswertes
Natalia Corrochano — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Wachturm La Atalaya
Geschichte / Wachturm
Fünfzehn Meter hoher Turm im Süden des Dorfes, um das Jahr 937 zur Zeit des Kalifats von Abd ar-Rahman III. errichtet. Später diente er der Beobachtung der Wanderherden.
Tipp
Das Wahrzeichen von Segurilla, von weitem sichtbar: eine gute Orientierungsmarke.
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Kirche San Juan Bautista
Religion / 16. Jh.
Einschiffige Bruchsteinkirche des 16. Jahrhunderts mit halbrunder Apsis und zweigeschossigem Glockenturm. Im regionalen Denkmalinventar. In der Nähe ist die Soledad-Kapelle das älteste Gebäude des Dorfes.
Tipp
Der Kreuzweg von Segurilla mit Kreuzen des 16. und 17. Jahrhunderts verteilt sich über den Ort: Du kannst sie unterwegs entdecken.
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Kirche La Asunción
Religion / 16. Jh.
1594 unter dem Patronat der Marquise von Deleitosa vollendet. Cervera verdankt seinen Namen den Hirschen, die einst diese Gegend bevölkerten.
Tipp
Cervera hat drei Kapellen — del Consuelo, del Rosario und del Socorro; die an der Straße nach Segurilla bewahrt Talavera-Fliesensockel des 16. Jahrhunderts. Die am Friedhof nutzten die Franzosen als Unterschlupf.
Königliche Seidenmanufaktur
Geschichte / Industrie
Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, angelegt als Nebenstelle der Königlichen Seidenmanufaktur von Talavera de la Reina. Ein unerwartetes Industriezeugnis mitten in der Sierra und Beleg dafür, dass diese Comarca von der Seide lebte.
Tipp
Bedenke: In den Häusern dieser Dörfer wuchsen die Raupen heran, und die Kokons gingen auf Lasttieren nach Talavera hinunter — hier endete diese Reise.
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Kirche La Purísima Concepción
Religion / Renaissance
Kirche mit Renaissanceursprung, bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Am Ortsrand steht zudem die kleine Kapelle des Christus von Medinaceli.
Tipp
Wenn die Beine mitmachen: Steig auf den Cerro del Águila, den besten Aussichtspunkt bei Pepino.
Etappe 3 · Pepino → Cardiel de los Montes
25.5 km6.5 h2/5
Ein Talttag mit dem Stausee von Cazalegas als Hauptattraktion und der Plaza Mayor von San Román de los Montes als Kleinod: Dort versammelt sich fast das gesamte Erbe des Dorfes, samt seiner Gerichtssäule.
Höhenprofil
↑ 258 m ↓ 284 m
Sehenswertes
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Gerichtssäule
Geschichte / Renaissance
Symbol des Rechts der Gemeinde, Recht zu sprechen, aus dem 16. Jahrhundert. Ein schönes Renaissancebeispiel, bekrönt von vier Hundeköpfen.
Tipp
Achte auf die vier Hundeköpfe an der Spitze: ihr eigenwilligstes Merkmal, das keine andere Säule der Sierra hat.
Hauptplatz und Rathaus
Kulturerbe / Platz
Das Rathaus stammt aus dem 15. Jahrhundert, aus gutem Stein und bekrönt von einem eisernen Türmchen mit Uhr. Rund um die Plaza Mayor versammelt sich fast das gesamte Erbe des Dorfes, samt der Kirche San Román Mártir aus dem 16. Jahrhundert.
Tipp
Ein Brand vernichtete 1860 den Ort und sein Gemeindearchiv, kaum eine Urkunde blieb: Was noch steht, ist das ganze Gedächtnis des Dorfes.
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Burg San Román
Geschichte / Festung
Ihr Ursprung liegt, wie der des Dorfes, in einem römischen Lager auf der höchsten Stelle. Zuvor stand hier wohl eine keltische Siedlung, wie das dreilappige Becken vom Pozo Blanco nahelegt.
Tipp
Kelten, Römer und Kastilier auf demselben Hügel: Selten sieht man so klar, wie sich Geschichtsschichten in einem kleinen Dorf übereinanderlegen.
Marostegui — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Stausee von Cazalegas
Natur / Stausee
Wasserfläche des Flusses Alberche, Bade- und Rastplatz direkt am Weg.
Tipp
Der Campingplatz von Cazalegas ist offizielles Etappenende und eine der wenigen Unterkünfte im Talabschnitt.
Malopez 21 — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kirche Santiago Apóstol
Religion / Gotik
Kirche des 15.-16. Jahrhunderts mit gotischer, kugelverzierter Apsis und schöner hölzerner Kassettendecke. Im Dorf steht zudem die gotisch-renaissancehafte Gerichtssäule des 16. Jahrhunderts mit dem Wappen der Dávila.
Tipp
Achte auf die Kugeln an der Apsis: ein sehr typisches Zierelement der späten kastilischen Gotik.
Etappe 4 · Cardiel de los Montes → Pelahustán
22 km6 h2/5
Die Etappe der Eberskulpturen und der Burgen. Castillo de Bayuela ist eines der interessantesten Ensembles der Comarca, mit Höhenburg, vettonischen Skulpturen und einer großen Gerichtssäule am Platz.
Höhenprofil
↑ 548 m ↓ 317 m
Sehenswertes
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Vettonische Eberskulpturen
Geschichte / Vorrömische Skulptur
Vettonische Tierbildwerke, Zeugnis der vorrömischen Völker der Sierra. Sie stehen im Dorf, am Fuß des Hügels, auf dem die Wallburg lag, von der die Bewohner herabzogen.
Tipp
Sie gehören zu den wenigen Verracos der Comarca, die man aus der Nähe sehen kann: Achte auf die Verwitterung des Steins.
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Castillo de Bayuela
Geschichte / Festung
Die Burg, die dem Dorf den Namen gab, steht auf dem Cerro del Castillo über einer älteren Wallburg; in den 1480er Jahren zogen die Bewohner von dort hinab in einen nahen Weiler namens Pajares. Der Ortsname scheint muslimischen Ursprungs: eine Verschmelzung von 'Castil' und 'Tal Allahs', dem Tal der Segnungen; eine andere Deutung macht 'Bayuela' zur Verkleinerung von 'bayal', Flachsfeld, weil hier Flachs angebaut wurde.
Tipp
Vorsicht bei der Kartensuche: Burg und Dorf heißen gleich. Am Rathausplatz steht außerdem die große Gerichtssäule der Gemeinde.
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Molinos-Brücke
Kulturerbe / Brücke
Brücke, die man beim Abstieg nach Garciotún überquert, an einem engen und technischen Wegabschnitt.
Tipp
Die Meter vor und nach der Brücke sind die technischsten des Tages: langsam absteigen.
Die Luminarias und die Moharraches
Kultur / Bräuche
Am 29. und 30. November, zu Sankt Andreas, entzündet das Dorf große Feuer in den Gassen — die Luminarias — zum Läuten der Kirchenglocken. Und die Moharraches ziehen aus, eine von den Dorfbewohnern nach Jahren des Verbots wiederbelebte Wintermaskerade: fremde, verhüllte Wesen, die Kuhglocken schütteln und die Kinder erschrecken, als Verkörperung des Kampfes zwischen der Dunkelheit des Bergwinters und dem Licht der Sonnenwende.
Tipp
An denselben Tagen findet die Handwerksmesse 'San Andrés' statt, eine der ältesten der Comarca. Und im Februar, am Sonntag vor Aschermittwoch, das Fest der Fetten Chorizo: Das ganze Dorf zieht zum Grillen aufs Land.
Die Seide von Castillo de Bayuela
Kultur / Handwerk
Castillo de Bayuela war ein weiteres Dorf, in dem Seidenraupen gezogen wurden, neben Hinojosa und El Real de San Vicente. Es war keine Eigenart eines einzelnen Ortes, sondern eine ganze Comarca-Industrie, Haus für Haus getragen und in den 1960er Jahren verschwunden. Ihr Endziel lag eine Tagesreise entfernt: die Königliche Seidenmanufaktur von Cervera de los Montes, Nebenstelle jener von Talavera de la Reina.
Tipp
Wer die ganze Route geht, merkt, wie viele Dörfer diese Geschichte teilen. Die Sierra hatte keine Fabrik: Die Sierra war die Fabrik.
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Kirche Santa María Magdalena
Religion / Spätgotik
Spätgotischer Bau von 1485 mit perlenverziertem Portal und geschnitzten Kapitellen. An den Bächen der Gemeinde stehen zudem die Pilones-Brücke und eine römische Brücke, Zeugnisse traditioneller Ingenieurskunst.
Tipp
Achte auf die Perlen am Portal: ein Zierelement, das in der Spätgotik dieser Gegend wiederkehrt.
Malopez 21 — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)
Kirche Nuestra Señora de la Asunción
Religion / 16. Jh.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet, mit strebepfeilerverstärkten Mauern und einem in Joche geteilten rechteckigen Schiff. In der Flur Los Carrascales, an den Friedhof angebaut, steht zudem die Kapelle Unserer Lieben Frau von der Empfängnis aus dem 18. Jahrhundert.
Tipp
Das Dorf trägt den Namen eines mittelalterlichen Ritters, Nuño Gómez, der im 12. Jahrhundert als Siedler kam. Vor der Erhebung zur Villa gehörte es zu Castillo de Bayuela und durchlief die Herrschaften von Ruy López de Dávalos, Álvaro de Luna, Juana Pimentel, den Mendozas und den Markgrafen von Montesclaros.
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Gerichtssäule von Pelahustán
Geschichte / Gerichtssäule
Errichtet am 18. Mai 1635, dem Tag, an dem Felipe IV. Pelahustán den Rang einer Villa und damit das Recht auf eigene Gerichtsbarkeit verlieh. Spätgotischer Stil, mit rundem, in einem Pinienzapfen endendem Schaft auf einer fünfstufigen Treppe. Sie ist eine der Säulen entlang des Viriato-Wegs.
Tipp
Jede Säule der Route markiert den Moment, in dem ihr Dorf aufhörte, von einem anderen abzuhängen. Diese trägt das genaue Datum.
Etappe 5 · Pelahustán → Almendral de la Cañada
25.8 km6.5 h3/5
Die Königsetappe der Sierra: historische Viehtriebwege, das Karmelitenkloster von El Piélago, der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas und mit 1.338 Metern das Dach der Route.
Höhenprofil
↑ 846 m ↓ 867 m
Sehenswertes
StartJourGuide
Pfarrkirche San Andrés
Religion / Renaissance
Apsis und Turm stammen vom Beginn des 16. Jahrhunderts; das Schiff entstand zwischen 1560 und 1576. Auch ihr Boden bewahrt ursprüngliche Gräber, wie in Navamorcuende und Hinojosa. In der Nähe steht die Kapelle San Roque des 17.-18. Jahrhunderts.
Tipp
Achte auf den Kontrast zwischen Apsis und Turm vom Beginn des 16. Jahrhunderts und dem ein halbes Jahrhundert später errichteten Schiff: zwei verschiedene Bauphasen.
Cañada Real Leonesa Oriental
Kulturerbe / Viehtriebweg
Historischer Wanderhirtenweg, dem der Pfad kilometerlang folgt und dabei sanft zwischen Weiden und Feldern ansteigt. Hier zogen die Merinoherden hinab zu den Dehesas des Südens.
Tipp
Du gehst auf einer Autobahn von vor Jahrhunderten: Nach mittelalterlichem Recht sind diese Triebwege neunzig Varas breit.
Kastanienwald von El Real de San Vicente
Natur / Wald
Der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas, am Hang oberhalb des Dorfes.
Tipp
Oktober und November sind die beste Zeit: Der Boden füllt sich mit Fruchtbechern und das Licht zwischen den Kastanien lohnt die Reise.
Einer der meistbesuchten Orte der Sierra. Kloster aus dem 17. Jahrhundert aus Granitquadern und Bruchstein, in dem Karmeliter ein kontemplatives Leben führten. Die Wohnbauten sind restauriert; die Kirche verfiel, als ihre Gewölbe einstürzten.
Tipp
Der Abstieg zum Kloster ist der einzige Abschnitt mit dürftiger GR-Markierung: auf die Zeichen achten.
Alto de los Pelados
Natur / Gipfel
Mit rund 1.332 Metern der höchste Punkt der Route und ihr zweiter Pass. In der Nähe ist die Kirche Santa Catalina in El Real Kulturdenkmal, und der Brunnen Las Veneruelas bewahrt seine drei Ausläufe neben dem alten Waschplatz.
Tipp
Der Anstieg ist der fordernste Abschnitt des Tages: Kräfte einteilen.
Die Seide von El Real de San Vicente
Kultur / Handwerk
Auch hier wurden Seidenraupen gezogen. Über Generationen funktionierte die ganze Sierra de San Vicente wie eine auf Häuser verteilte Fabrik: Auf den Wiesen, an den Quellen und entlang der Feldgrenzen pflanzte man Maulbeerbäume, und in jedem Haus war ein ganzer Raum — die Troje — für die mit diesem Laub gefütterten Raupen reserviert. Die Kokonsäcke wurden täglich eingesammelt und auf Lasttieren die dreißig Kilometer nach Talavera hinuntergebracht.
Tipp
Achte auf die alten Maulbeerbäume an den Feldgrenzen und bei den Quellen: Sie wurden für die Seidenraupen gepflanzt und stehen noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.
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Ruinen der Kirche San Salvador
Geschichte / Ruinen
Die Ruinen der alten Kirche sind neben der Kapelle San Sebastián die Hauptsehenswürdigkeit des Dorfes. Almendral verdankt seinen Namen der durch den Ort führenden Cañada Real, wovon mehrere Tränken des 18. Jahrhunderts zeugen.
Tipp
Suche die Tränken des Triebwegs: Sie stehen dort seit dem 18. Jahrhundert, als die Herden vorbeizogen. Almendral ist zudem Geburtsort der seligen Ana de Almendral.
Etappe 6 · Almendral de la Cañada → Navamorcuende
24.7 km7 h2/5
Die Etappe, die Viriathus' Schleife schließt, entlang der Nordseite der Sierra. Drei Dörfer mit Renaissancekirchen, eine römische Brücke über eine Schlucht und die Rückkehr zum Ausgangspunkt.
Höhenprofil
↑ 499 m ↓ 363 m
Sehenswertes
Asqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)
Kirche Santa María de la Oliva
Religion / 16. Jh.
Bau des 16. Jahrhunderts mit Entwürfen, die Pedro de Tolosa zugeschrieben werden, dem Bauleiter am Escorial. Die Gemeinde bewahrt zudem historische, teils römische Brunnen, die den alten Ortsviertelnamen gaben.
Tipp
Die Namen der alten Viertel stammen von ihren Brunnen: eine andere Art, ein Dorf zu lesen.
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Römische Brücke über die Torinas-Schlucht
Kulturerbe / Brücke
Wertvolle römische Brücke mit drei Bögen über die Schlucht von Torinas, ein Zeugnis römischer Ingenieurskunst, das noch zu Fuß begangen wird, auf dem Weg zwischen La Iglesuela del Tiétar und Sartajada.
Tipp
Sie zu überqueren heißt, auf einem Bauwerk zu gehen, das seit fast zweitausend Jahren steht: Halte an und betrachte sie vom Bachbett aus.
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Kirche Santiago Apóstol
Religion / Gotik-Renaissance
Bau von 1510, der die Adelswappen der Dávila bewahrt — ein weiteres Glied der Kette, die sich durch die ganze Sierra zieht.
Tipp
Sartajada war historisch für seine handgeformte Töpferei bekannt: Frag im Dorf, ob noch eine Werkstatt arbeitet.
Asqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)
Kirche La Santa Cruz
Religion / Renaissance
Renaissancekirche des 16. Jahrhunderts mit drei Schiffen und polygonalem Chorhaupt, an dem erneut das Wappen der Dávila erscheint. An ihrem Entwurf wirkte Pedro de Tolosa mit, derselbe Escorial-Bauleiter, dessen Hand du in Pelahustán und La Iglesuela gesehen hast. Bemerkenswert sind zudem die Kapellen Buen Suceso und San Sebastián, letztere auf einem Hügel am Ortsrand.
Tipp
Die dritte Kirche der Route mit der Hand Pedro de Tolosas: Auch darin schließt sich der Kreis.
Zurück in Navamorcuende
Wahrzeichen / Ziel
Die Schleife schließt sich. Nach 141 Kilometern und neunzehn Dörfern kehrst du zum Ausgangspunkt zurück, nachdem du die Sierra de San Vicente auf jenem Rundkurs umrundet hast, den Viriathus der Legende nach nutzte, um die römischen Legionen abzuschütteln.
Tipp
Als Viriathus von den eigenen Leuten gegen eine Belohnung ermordet wurde, ließ Konsul Quintus Servilius Caepio die Verräter hinrichten — mit einem Satz, den die Überlieferung bewahrt hat: 'Rom zahlt Verrätern nicht'.
Alle Etappen sind in der App, mit Karte und Höhenprofil, den Sehenswürdigkeiten samt Tipp und der Möglichkeit, sie für unterwegs ohne Empfang zu speichern.