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GR-63 · Viriato-Weg6 TageZu Fuß© JourGuide

GR-63 · Viriato-Weg

Navamorcuende

Der vollständige offizielle Weg: 141 Rundkilometer, die die neunzehn Dörfer der Sierra de San Vicente verbinden. Sechs Tage durch Eichen- und Kastanienwälder, vorbei an Kirchen mit grabsteingepflastertem Boden, Gerichtssäulen, Burgruinen und den Maulbeerbäumen, die einst die Seidenraupen ernährten. Am besten im Uhrzeigersinn.

141 km6 etappenMittel+2864 m / −2871 mBeste Jahreszeit: Primavera, con todo florecido, y otoño, cuando el castañar de El Real está en su mejor momento. En verano hace mucho calor en los valles; en invierno hay frío y barro en la sierra, pero es cuando salen las máscaras y las hogueras.Rundweg

Etappe 1 · Navamorcuende → Sotillo de las Palomas

22 km7 h3/5

Die Etappe hinein in die Sierra und die reichste der Route: die Schneegruben und der Eichenwald von El Piélago, die Gipfelburg, die Höhle der heiligen Märtyrer, Hinojosa mit seinen Brunnen und seiner Kirche und der Abstieg zu den südlichen Dörfern.

Höhenprofil

↑ 434 m ↓ 644 m

Sehenswertes

Kirche Santa María de la NavaStartAsqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)

Kirche Santa María de la Nava

Religion / Gräber

Der Boden der Kirche von Navamorcuende birgt die Steine von rund 235 Gräbern, elf davon Platten mit Grabinschriften und Todesikonographie — die eigenwilligsten der ganzen Sierra de San Vicente. In der Kirche bestattet zu werden, möglichst nah am Hochchor, war der letzte Wunsch aller, die es sich leisten konnten.

Tipp

Schau auf den Boden des Mittelschiffs: Du gehst über die Grabplatten.

Ortskern von NavamorcuendeJourGuide

Ortskern von Navamorcuende

Kulturerbe / Altstadt

Navamorcuende war Hauptort der Herrschaft und Markgrafschaft der Dávila, und das zeigt die Architektur: Häuser aus behauenem Stein, ein Palast, eine Kapelle, Brunnen und eine mittelalterliche Zisterne. Das Dorf liegt an den Hängen der Gipfel Las Cruces und La Mesa, im Herzen der Sierra.

Tipp

Im Kirchhof steht ein Steinkreuz, dessen Sockel der Überlieferung nach aus den Steinen der alten Gerichtssäule gefügt wurde.

Schneegruben von El PiélagoJourGuide

Schneegruben von El Piélago

Geschichte / Volkskunde

Neben dem Kloster, ebenfalls 17. Jahrhundert. Hier wurde Schnee festgestampft und mit Strohschichten abgewechselt, um ihn in Blöcke schneiden und in den heißen Monaten als Eis nutzen zu können.

Tipp

Einer der kuriosesten Winkel der Sierra und leicht zu übersehen: Achte auf die Bauten neben dem Kloster.

Eichenwald von El PiélagoJourGuide

Eichenwald von El Piélago

Natur / Wald

Dichter Pyrenäen-Eichenwald über den Höhenrücken und Kuppen der Sierra. Er ist der charakteristischste Wald der Sierra de San Vicente und gibt der ganzen Gegend ihren Namen.

Tipp

Im Herbst färbt sich der Wald kupfern: die beste Zeit für diese Etappe.

Burg San VicenteJourGuide

Burg San Vicente

Geschichte / Festung

Errichtet über einem islamischen Wachturm des 10. Jahrhunderts. Im 13. Jahrhundert verstärkten die Christen sie mit einem großen Bergfried. Die örtliche Überlieferung schreibt den Bau einem muslimischen Anführer namens Miramamolín zu, daher der zweite Name der Burg; die Chronologie passt nicht zum Kalifen al-Nasir, der diesen Beinamen trug — man nehme es also als Legende. Alfons VIII. lagerte hier während der Belagerung von Salvatierra. Kulturdenkmal.

Tipp

Sie steht auf dem Cerro Testigo auf 1.321 m: das visuelle Dach der Comarca. An klaren Tagen sieht man die ganze Sierra, ganz Gredos und das obere Tiétar-Tal. Der beste Aussichtspunkt der Route.

Kapelle der Heiligen MärtyrerJourGuide

Kapelle der Heiligen Märtyrer

Religion / Legende

Ruinen des bekanntesten Heiligtums der Sierra, über der Höhle, in der sich der Überlieferung nach Vincentius, Sabina und Christeta versteckten. Die drei Waisengeschwister stammten aus Talavera; Präfekt Dacianus verhaftete Vincentius als Christen, seine Schwestern verhalfen ihm zur Flucht. Sie flohen zu Pferd durch diese Berge, die seither ihren Namen tragen. Eine kleine Höhle bewahrt die Abdrücke, die sie im Fels hinterlassen haben sollen. Die Hagiographie berichtet, sie seien vor Ávila gefasst worden; in Hinojosa erzählt man, es sei hier in El Piélago geschehen.

Tipp

Erhalten ist nur die Umfassungsmauer mit monolithgerahmten Türen, doch das Gebäude hatte drei Stockwerke, Dachboden und Glockenturm. Suche die Höhle mit den Abdrücken: Sie ist der Kern der Legende, die der ganzen Sierra ihren Namen gab.

Santiago: der Maulbeerbaum am Aussichtspunkt

Natur / Aussichtspunkt

Auf der Höhe von Santiago steht ein Maulbeerbaum, einer von jenen, die über Generationen die Seidenraupen des Dorfes ernährten. Aus seinem Schatten überblickt man ganz Hinojosa und die Sierra von El Piélago.

Tipp

Steig hinauf und such den Maulbeerbaum. Kein gewöhnlicher Baum: Er wurde für die Seidenraupen gepflanzt und steht noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.

Caños DoradosJourGuide

Caños Dorados

Kulturerbe / Brunnen

Zwei historische Brunnen, Teil des volkskundlichen Erbes des Dorfes. Die Caños Dorados aus dem 18. Jahrhundert stehen am Kirchplatz; der Caño del Canuto von 1690 liegt etwa fünfzig Meter entfernt und hat ein niedrigeres, größeres Becken.

Tipp

Zwei Wasserstellen mitten im Ort. Der Canuto steht seit 1690 dort: über drei Jahrhunderte Wasser für Mensch und Vieh.

Kirche La ConcepciónJourGuide

Kirche La Concepción

Religion / Gotik

Gotische einschiffige Kirche mit schlankem Glockenturm, aus Bruchstein und Granitquadern wie die übrigen der Sierra und der Diözese Ávila, zu der diese Dörfer gehörten. Bemerkenswert sind die Steinmetzarbeit und eine kleine Kuppel auf Pendentifs. Der Hauptaltar stammt aus dem 17. Jahrhundert: Ihn beherrscht eine barocke Unbefleckte Empfängnis, darüber die Schnitzfigur des Christus der Hoffnung, des Dorfpatrons. Unter den Bodenplatten des Schiffs liegen rund 150 Gräber.

Tipp

Zwei leicht übersehene Details: das Fliesenpaneel des 16. Jahrhunderts in der Nordvorhalle und zwei Bildwerke — Andreas Corsini und Maria Magdalena de' Pazzi — aus dem Karmeliterkloster von El Piélago, der Sierra, von der du gerade herabgestiegen bist.

Kirche San Bartolomé ApóstolJourGuide

Kirche San Bartolomé Apóstol

Religion / Spätgotik

Spätgotische Kirche des 16. Jahrhunderts, einschiffig, mit fünfseitig geschlossener Apsis. Wertvollstes Element ist der Glockenturm aus Quadern mit rundbogigen Öffnungen. Im regionalen Denkmalinventar geführt.

Tipp

Jahrhundertelang war diese Kirche Filialkirche der Pfarrei Hinojosa de San Vicente: Die beiden Dörfer waren immer verbunden.

Caño Viejo de Marrupe

Kulturerbe / Brunnen

Am rechten Ufer des Baches Marrupejo, neben einer Plattenbrücke, steht der Brunnen Caño Viejo. Der zweite, Caño Nuevo, ist größer und trägt einen schlichten Dreiecksgiebel, aus dem die Ausläufe treten.

Tipp

Wasserstelle dieser Etappe: Hier auffüllen. Neben den Brunnen liegt die Plattenbrücke, im Dorf der alte Hufbeschlagstand.

Kübelmühlen am MarrupejoJourGuide

Kübelmühlen am Marrupejo

Kulturerbe / Volkskunde

Kübelmühlen aus dem 13. Jahrhundert mitten in der Natur am Bach, unter den ältesten Wasserbauzeugnissen der Comarca. Marrupe erscheint erstmals in einer Urkunde vom Januar 1268, als Alfons X. Ländereien 'zwischen Guadierva und Marrupe und Río Lobos und dem Berrocal von Talavera' verlieh.

Tipp

Wer am 24. August vorbeikommt, trifft auf den Bartholomäustag und die Versteigerung des Zweigs, das Wahrzeichenfest des Dorfes.

Kirche La Purísima ConcepciónJourGuide

Kirche La Purísima Concepción

Religion / Renaissance

Renaissancekirche des 16.-18. Jahrhunderts, einschiffig. Ein keilsteingefügter Rundbogen auf wandständigen dorischen Säulen trennt den Chorraum ab; in der Apsis steht ein barocker Altar aus polychromem Holz.

Tipp

Achte auf das außen eingemeißelte Wappen der Dávila: Beleg dafür, dass das Dorf zur Herrschaft Navamorcuende gehörte.

Wachturm von Torrejón

Geschichte / Wachturm

Reste eines Wachturms muslimischen Ursprungs am Weg nach Buenaventura, errichtet zur Verteidigung und Überwachung der Gegend. Rund um Sotillo standen zudem fünf Mühlen am Fluss Guadyerbas.

Tipp

Sotillo erhielt Ende des 17. Jahrhunderts das Stadtrecht und errichtete zum Beweis eine hölzerne Schandsäule; sie ging bei einem späteren Brand verloren.

Etappe 2 · Sotillo de las Palomas → Pepino

20.9 km6 h2/5

Übergangstag durch die südlichen Dörfer, zwischen Dehesas, Steineichen und Trockenfeldbau, die Sierra stets im Norden. Mit einer Überraschung: einer königlichen Seidenmanufaktur mitten auf dem Land.

Höhenprofil

↑ 279 m ↓ 396 m

Sehenswertes

Wachturm La AtalayaNatalia Corrochano — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Wachturm La Atalaya

Geschichte / Wachturm

Fünfzehn Meter hoher Turm im Süden des Dorfes, um das Jahr 937 zur Zeit des Kalifats von Abd ar-Rahman III. errichtet. Später diente er der Beobachtung der Wanderherden.

Tipp

Das Wahrzeichen von Segurilla, von weitem sichtbar: eine gute Orientierungsmarke.

Kirche San Juan BautistaJourGuide

Kirche San Juan Bautista

Religion / 16. Jh.

Einschiffige Bruchsteinkirche des 16. Jahrhunderts mit halbrunder Apsis und zweigeschossigem Glockenturm. Im regionalen Denkmalinventar. In der Nähe ist die Soledad-Kapelle das älteste Gebäude des Dorfes.

Tipp

Der Kreuzweg von Segurilla mit Kreuzen des 16. und 17. Jahrhunderts verteilt sich über den Ort: Du kannst sie unterwegs entdecken.

Kirche La AsunciónJourGuide

Kirche La Asunción

Religion / 16. Jh.

1594 unter dem Patronat der Marquise von Deleitosa vollendet. Cervera verdankt seinen Namen den Hirschen, die einst diese Gegend bevölkerten.

Tipp

Cervera hat drei Kapellen — del Consuelo, del Rosario und del Socorro; die an der Straße nach Segurilla bewahrt Talavera-Fliesensockel des 16. Jahrhunderts. Die am Friedhof nutzten die Franzosen als Unterschlupf.

Königliche Seidenmanufaktur

Geschichte / Industrie

Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, angelegt als Nebenstelle der Königlichen Seidenmanufaktur von Talavera de la Reina. Ein unerwartetes Industriezeugnis mitten in der Sierra und Beleg dafür, dass diese Comarca von der Seide lebte.

Tipp

Bedenke: In den Häusern dieser Dörfer wuchsen die Raupen heran, und die Kokons gingen auf Lasttieren nach Talavera hinunter — hier endete diese Reise.

Kirche La Purísima ConcepciónJourGuide

Kirche La Purísima Concepción

Religion / Renaissance

Kirche mit Renaissanceursprung, bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Am Ortsrand steht zudem die kleine Kapelle des Christus von Medinaceli.

Tipp

Wenn die Beine mitmachen: Steig auf den Cerro del Águila, den besten Aussichtspunkt bei Pepino.

Etappe 3 · Pepino → Cardiel de los Montes

25.5 km6.5 h2/5

Ein Talttag mit dem Stausee von Cazalegas als Hauptattraktion und der Plaza Mayor von San Román de los Montes als Kleinod: Dort versammelt sich fast das gesamte Erbe des Dorfes, samt seiner Gerichtssäule.

Höhenprofil

↑ 258 m ↓ 284 m

Sehenswertes

GerichtssäuleJourGuide

Gerichtssäule

Geschichte / Renaissance

Symbol des Rechts der Gemeinde, Recht zu sprechen, aus dem 16. Jahrhundert. Ein schönes Renaissancebeispiel, bekrönt von vier Hundeköpfen.

Tipp

Achte auf die vier Hundeköpfe an der Spitze: ihr eigenwilligstes Merkmal, das keine andere Säule der Sierra hat.

Hauptplatz und Rathaus

Kulturerbe / Platz

Das Rathaus stammt aus dem 15. Jahrhundert, aus gutem Stein und bekrönt von einem eisernen Türmchen mit Uhr. Rund um die Plaza Mayor versammelt sich fast das gesamte Erbe des Dorfes, samt der Kirche San Román Mártir aus dem 16. Jahrhundert.

Tipp

Ein Brand vernichtete 1860 den Ort und sein Gemeindearchiv, kaum eine Urkunde blieb: Was noch steht, ist das ganze Gedächtnis des Dorfes.

Burg San RománJourGuide

Burg San Román

Geschichte / Festung

Ihr Ursprung liegt, wie der des Dorfes, in einem römischen Lager auf der höchsten Stelle. Zuvor stand hier wohl eine keltische Siedlung, wie das dreilappige Becken vom Pozo Blanco nahelegt.

Tipp

Kelten, Römer und Kastilier auf demselben Hügel: Selten sieht man so klar, wie sich Geschichtsschichten in einem kleinen Dorf übereinanderlegen.

Stausee von CazalegasMarostegui — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Stausee von Cazalegas

Natur / Stausee

Wasserfläche des Flusses Alberche, Bade- und Rastplatz direkt am Weg.

Tipp

Der Campingplatz von Cazalegas ist offizielles Etappenende und eine der wenigen Unterkünfte im Talabschnitt.

Kirche Santiago ApóstolMalopez 21 — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Kirche Santiago Apóstol

Religion / Gotik

Kirche des 15.-16. Jahrhunderts mit gotischer, kugelverzierter Apsis und schöner hölzerner Kassettendecke. Im Dorf steht zudem die gotisch-renaissancehafte Gerichtssäule des 16. Jahrhunderts mit dem Wappen der Dávila.

Tipp

Achte auf die Kugeln an der Apsis: ein sehr typisches Zierelement der späten kastilischen Gotik.

Etappe 4 · Cardiel de los Montes → Pelahustán

22 km6 h2/5

Die Etappe der Eberskulpturen und der Burgen. Castillo de Bayuela ist eines der interessantesten Ensembles der Comarca, mit Höhenburg, vettonischen Skulpturen und einer großen Gerichtssäule am Platz.

Höhenprofil

↑ 548 m ↓ 317 m

Sehenswertes

Vettonische EberskulpturenJourGuide

Vettonische Eberskulpturen

Geschichte / Vorrömische Skulptur

Vettonische Tierbildwerke, Zeugnis der vorrömischen Völker der Sierra. Sie stehen im Dorf, am Fuß des Hügels, auf dem die Wallburg lag, von der die Bewohner herabzogen.

Tipp

Sie gehören zu den wenigen Verracos der Comarca, die man aus der Nähe sehen kann: Achte auf die Verwitterung des Steins.

Castillo de BayuelaJourGuide

Castillo de Bayuela

Geschichte / Festung

Die Burg, die dem Dorf den Namen gab, steht auf dem Cerro del Castillo über einer älteren Wallburg; in den 1480er Jahren zogen die Bewohner von dort hinab in einen nahen Weiler namens Pajares. Der Ortsname scheint muslimischen Ursprungs: eine Verschmelzung von 'Castil' und 'Tal Allahs', dem Tal der Segnungen; eine andere Deutung macht 'Bayuela' zur Verkleinerung von 'bayal', Flachsfeld, weil hier Flachs angebaut wurde.

Tipp

Vorsicht bei der Kartensuche: Burg und Dorf heißen gleich. Am Rathausplatz steht außerdem die große Gerichtssäule der Gemeinde.

Molinos-BrückeJourGuide

Molinos-Brücke

Kulturerbe / Brücke

Brücke, die man beim Abstieg nach Garciotún überquert, an einem engen und technischen Wegabschnitt.

Tipp

Die Meter vor und nach der Brücke sind die technischsten des Tages: langsam absteigen.

Die Luminarias und die Moharraches

Kultur / Bräuche

Am 29. und 30. November, zu Sankt Andreas, entzündet das Dorf große Feuer in den Gassen — die Luminarias — zum Läuten der Kirchenglocken. Und die Moharraches ziehen aus, eine von den Dorfbewohnern nach Jahren des Verbots wiederbelebte Wintermaskerade: fremde, verhüllte Wesen, die Kuhglocken schütteln und die Kinder erschrecken, als Verkörperung des Kampfes zwischen der Dunkelheit des Bergwinters und dem Licht der Sonnenwende.

Tipp

An denselben Tagen findet die Handwerksmesse 'San Andrés' statt, eine der ältesten der Comarca. Und im Februar, am Sonntag vor Aschermittwoch, das Fest der Fetten Chorizo: Das ganze Dorf zieht zum Grillen aufs Land.

Die Seide von Castillo de Bayuela

Kultur / Handwerk

Castillo de Bayuela war ein weiteres Dorf, in dem Seidenraupen gezogen wurden, neben Hinojosa und El Real de San Vicente. Es war keine Eigenart eines einzelnen Ortes, sondern eine ganze Comarca-Industrie, Haus für Haus getragen und in den 1960er Jahren verschwunden. Ihr Endziel lag eine Tagesreise entfernt: die Königliche Seidenmanufaktur von Cervera de los Montes, Nebenstelle jener von Talavera de la Reina.

Tipp

Wer die ganze Route geht, merkt, wie viele Dörfer diese Geschichte teilen. Die Sierra hatte keine Fabrik: Die Sierra war die Fabrik.

Kirche Santa María MagdalenaJourGuide

Kirche Santa María Magdalena

Religion / Spätgotik

Spätgotischer Bau von 1485 mit perlenverziertem Portal und geschnitzten Kapitellen. An den Bächen der Gemeinde stehen zudem die Pilones-Brücke und eine römische Brücke, Zeugnisse traditioneller Ingenieurskunst.

Tipp

Achte auf die Perlen am Portal: ein Zierelement, das in der Spätgotik dieser Gegend wiederkehrt.

Kirche Nuestra Señora de la AsunciónMalopez 21 — CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Kirche Nuestra Señora de la Asunción

Religion / 16. Jh.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtet, mit strebepfeilerverstärkten Mauern und einem in Joche geteilten rechteckigen Schiff. In der Flur Los Carrascales, an den Friedhof angebaut, steht zudem die Kapelle Unserer Lieben Frau von der Empfängnis aus dem 18. Jahrhundert.

Tipp

Das Dorf trägt den Namen eines mittelalterlichen Ritters, Nuño Gómez, der im 12. Jahrhundert als Siedler kam. Vor der Erhebung zur Villa gehörte es zu Castillo de Bayuela und durchlief die Herrschaften von Ruy López de Dávalos, Álvaro de Luna, Juana Pimentel, den Mendozas und den Markgrafen von Montesclaros.

Gerichtssäule von PelahustánJourGuide

Gerichtssäule von Pelahustán

Geschichte / Gerichtssäule

Errichtet am 18. Mai 1635, dem Tag, an dem Felipe IV. Pelahustán den Rang einer Villa und damit das Recht auf eigene Gerichtsbarkeit verlieh. Spätgotischer Stil, mit rundem, in einem Pinienzapfen endendem Schaft auf einer fünfstufigen Treppe. Sie ist eine der Säulen entlang des Viriato-Wegs.

Tipp

Jede Säule der Route markiert den Moment, in dem ihr Dorf aufhörte, von einem anderen abzuhängen. Diese trägt das genaue Datum.

Etappe 5 · Pelahustán → Almendral de la Cañada

25.8 km6.5 h3/5

Die Königsetappe der Sierra: historische Viehtriebwege, das Karmelitenkloster von El Piélago, der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas und mit 1.338 Metern das Dach der Route.

Höhenprofil

↑ 846 m ↓ 867 m

Sehenswertes

Pfarrkirche San AndrésStartJourGuide

Pfarrkirche San Andrés

Religion / Renaissance

Apsis und Turm stammen vom Beginn des 16. Jahrhunderts; das Schiff entstand zwischen 1560 und 1576. Auch ihr Boden bewahrt ursprüngliche Gräber, wie in Navamorcuende und Hinojosa. In der Nähe steht die Kapelle San Roque des 17.-18. Jahrhunderts.

Tipp

Achte auf den Kontrast zwischen Apsis und Turm vom Beginn des 16. Jahrhunderts und dem ein halbes Jahrhundert später errichteten Schiff: zwei verschiedene Bauphasen.

Cañada Real Leonesa Oriental

Kulturerbe / Viehtriebweg

Historischer Wanderhirtenweg, dem der Pfad kilometerlang folgt und dabei sanft zwischen Weiden und Feldern ansteigt. Hier zogen die Merinoherden hinab zu den Dehesas des Südens.

Tipp

Du gehst auf einer Autobahn von vor Jahrhunderten: Nach mittelalterlichem Recht sind diese Triebwege neunzig Varas breit.

Kastanienwald von El Real de San Vicente

Natur / Wald

Der größte Kastanienwald Kastilien-La Manchas, am Hang oberhalb des Dorfes.

Tipp

Oktober und November sind die beste Zeit: Der Boden füllt sich mit Fruchtbechern und das Licht zwischen den Kastanien lohnt die Reise.

Karmeliterkloster El Piélago© JourGuide

Karmeliterkloster El Piélago

Geschichte / Kloster

Einer der meistbesuchten Orte der Sierra. Kloster aus dem 17. Jahrhundert aus Granitquadern und Bruchstein, in dem Karmeliter ein kontemplatives Leben führten. Die Wohnbauten sind restauriert; die Kirche verfiel, als ihre Gewölbe einstürzten.

Tipp

Der Abstieg zum Kloster ist der einzige Abschnitt mit dürftiger GR-Markierung: auf die Zeichen achten.

Alto de los Pelados

Natur / Gipfel

Mit rund 1.332 Metern der höchste Punkt der Route und ihr zweiter Pass. In der Nähe ist die Kirche Santa Catalina in El Real Kulturdenkmal, und der Brunnen Las Veneruelas bewahrt seine drei Ausläufe neben dem alten Waschplatz.

Tipp

Der Anstieg ist der fordernste Abschnitt des Tages: Kräfte einteilen.

Die Seide von El Real de San Vicente

Kultur / Handwerk

Auch hier wurden Seidenraupen gezogen. Über Generationen funktionierte die ganze Sierra de San Vicente wie eine auf Häuser verteilte Fabrik: Auf den Wiesen, an den Quellen und entlang der Feldgrenzen pflanzte man Maulbeerbäume, und in jedem Haus war ein ganzer Raum — die Troje — für die mit diesem Laub gefütterten Raupen reserviert. Die Kokonsäcke wurden täglich eingesammelt und auf Lasttieren die dreißig Kilometer nach Talavera hinuntergebracht.

Tipp

Achte auf die alten Maulbeerbäume an den Feldgrenzen und bei den Quellen: Sie wurden für die Seidenraupen gepflanzt und stehen noch, wo von jener Industrie sonst nichts blieb.

Ruinen der Kirche San SalvadorJourGuide

Ruinen der Kirche San Salvador

Geschichte / Ruinen

Die Ruinen der alten Kirche sind neben der Kapelle San Sebastián die Hauptsehenswürdigkeit des Dorfes. Almendral verdankt seinen Namen der durch den Ort führenden Cañada Real, wovon mehrere Tränken des 18. Jahrhunderts zeugen.

Tipp

Suche die Tränken des Triebwegs: Sie stehen dort seit dem 18. Jahrhundert, als die Herden vorbeizogen. Almendral ist zudem Geburtsort der seligen Ana de Almendral.

Etappe 6 · Almendral de la Cañada → Navamorcuende

24.7 km7 h2/5

Die Etappe, die Viriathus' Schleife schließt, entlang der Nordseite der Sierra. Drei Dörfer mit Renaissancekirchen, eine römische Brücke über eine Schlucht und die Rückkehr zum Ausgangspunkt.

Höhenprofil

↑ 499 m ↓ 363 m

Sehenswertes

Kirche Santa María de la OlivaAsqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)

Kirche Santa María de la Oliva

Religion / 16. Jh.

Bau des 16. Jahrhunderts mit Entwürfen, die Pedro de Tolosa zugeschrieben werden, dem Bauleiter am Escorial. Die Gemeinde bewahrt zudem historische, teils römische Brunnen, die den alten Ortsviertelnamen gaben.

Tipp

Die Namen der alten Viertel stammen von ihren Brunnen: eine andere Art, ein Dorf zu lesen.

Römische Brücke über die Torinas-SchluchtJourGuide

Römische Brücke über die Torinas-Schlucht

Kulturerbe / Brücke

Wertvolle römische Brücke mit drei Bögen über die Schlucht von Torinas, ein Zeugnis römischer Ingenieurskunst, das noch zu Fuß begangen wird, auf dem Weg zwischen La Iglesuela del Tiétar und Sartajada.

Tipp

Sie zu überqueren heißt, auf einem Bauwerk zu gehen, das seit fast zweitausend Jahren steht: Halte an und betrachte sie vom Bachbett aus.

Kirche Santiago ApóstolJourGuide

Kirche Santiago Apóstol

Religion / Gotik-Renaissance

Bau von 1510, der die Adelswappen der Dávila bewahrt — ein weiteres Glied der Kette, die sich durch die ganze Sierra zieht.

Tipp

Sartajada war historisch für seine handgeformte Töpferei bekannt: Frag im Dorf, ob noch eine Werkstatt arbeitet.

Kirche La Santa CruzAsqueladd — CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons)

Kirche La Santa Cruz

Religion / Renaissance

Renaissancekirche des 16. Jahrhunderts mit drei Schiffen und polygonalem Chorhaupt, an dem erneut das Wappen der Dávila erscheint. An ihrem Entwurf wirkte Pedro de Tolosa mit, derselbe Escorial-Bauleiter, dessen Hand du in Pelahustán und La Iglesuela gesehen hast. Bemerkenswert sind zudem die Kapellen Buen Suceso und San Sebastián, letztere auf einem Hügel am Ortsrand.

Tipp

Die dritte Kirche der Route mit der Hand Pedro de Tolosas: Auch darin schließt sich der Kreis.

Zurück in Navamorcuende

Wahrzeichen / Ziel

Die Schleife schließt sich. Nach 141 Kilometern und neunzehn Dörfern kehrst du zum Ausgangspunkt zurück, nachdem du die Sierra de San Vicente auf jenem Rundkurs umrundet hast, den Viriathus der Legende nach nutzte, um die römischen Legionen abzuschütteln.

Tipp

Als Viriathus von den eigenen Leuten gegen eine Belohnung ermordet wurde, ließ Konsul Quintus Servilius Caepio die Verräter hinrichten — mit einem Satz, den die Überlieferung bewahrt hat: 'Rom zahlt Verrätern nicht'.

Alle Etappen sind in der App, mit Karte und Höhenprofil, den Sehenswürdigkeiten samt Tipp und der Möglichkeit, sie für unterwegs ohne Empfang zu speichern.

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